Mehr Zeit! Anders arbeiten, besser leben PDF Drucken E-Mail
Cilia Ebert-Libeskind - Planungsgruppe der SPD-Fraktion   
Dienstag, den 19. März 2013

Der Zeitdruck in unserer Gesellschaft steigt. Vor allem die Anforderungen der Arbeit – hohes Tempo, ständige Verfügbarkeit über vertraglich vereinbarte Arbeitsstunden hinaus – steigern die Belastung. Für viele Menschen ist etwas aus dem Lot geraten. Und das ist das Verhältnis zwischen Arbeit auf der einen Seite und Kindern, Familie, Pflege von Angehörigen, Weiterbildung, ehrenamtlichem Engagement oder Freizeit auf der anderen Seite. Dabei möchten viele Menschen ihre Zeit anders gestalten, um ihre individuellen Lebensentwürfe zu verwirklichen.

Immer mehr Beschäftigte drängen auf einen Wandel der Arbeitswelt. Sie sind leistungsbereit, wollen aber selbst entscheiden können, wie sie arbeiten. Einige Unternehmen haben reagiert und schaffen neue Rahmenbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehören unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und neue Arbeitsformen. Aber das reicht nicht. Die Politik ist in der Pflicht, bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Leben zu schaffen. Wir brauchen eine neue Zeitpolitik, die umfassend ansetzt.

Die Regierung Merkel hat in den letzten vier Jahren ein folgenloses Versprechen nach dem anderen gemacht. Das Ergebnis: Es hat sich nichts bewegt. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert neue Arbeitszeitmodelle, eine geschlechtergerechte Arbeitsmarktpolitik, ein partnerschaftliches Elterngeld, bezahlte Pflegezeit sowie Ganztagsplätze an Kitas und Schulen.

Zeitpolitik ist eine Zukunftsaufgabe. Schwarz-Gelb verschläft sie.

 
Politischer Bericht PDF Drucken E-Mail
Frank-Walter Steinmeier   
Dienstag, den 19. März 2013

Die Bundesregierung sucht diese Woche einen Grundsatzbeschluss des Bundestages über Finanzhilfen für Zypern aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Auf dieser Grundlage sollen von Europäischer Kommission, EZB und IWF die Einzelheiten des Programms mit allen Bedingungen ausgehandelt werden. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen sollen wiederum dem Deutschen Bundestag für einen zweiten abschließenden Beschluss nach der Osterpause vorgelegt werden.

Nachdem die Republik Zypern im Juni 2012 einen Antrag auf Hilfe gestellt hat, haben Europäische Kommission und EZB nun die Gefährdung der Stabilität der Eurozone, die so genannte „Systemrelevanz“ Zyperns bejaht. Nach den Beratungen der Eurogruppe am 15. und 16. März wurde berichtet, dass Zypern einen substanziellen Eigenanteil von rund sieben Milliarden Euro an seinem Finanzbedarf von rund 17 Milliarden Euro erbringen will. Dies soll maßgeblich im Wege einer einmaligen Sonderabgabe auf Bankguthaben geschehen, die in der Höhe progressiv gestaffelt ist. Die Entscheidung über diese Staffelung liegt jetzt beim zypriotischen Parlament.

Die Voraussetzungen für eine Entscheidung im Deutschen Bundestag sind damit noch nicht gegeben, auch liegt noch keine endabgestimmte Vorlage der Bundesregierung vor.

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Demokratie braucht Transparenz! PDF Drucken E-Mail
Christine Lambrecht   
Montag, den 18. März 2013

Demokratie lebt vom Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die politischen Prozesse und Entscheidungsträger. Ist transparent und somit nachvollziehbar, wie Gesetze entstehen und von wem dabei Interessen vertreten und Einflüsse genommmen werden, erhöht das die Akzeptanz der Ergebnisse.

Die christlich-liberale Koalition scheint Transparenz zu fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Mit der Methode „verschleppen, verzögern, verhindern“ fährt sie einen demokratieschädlichen „Antitransparenz-Kurs“:

  • So verhindert Schwarz-Gelb seit Jahren die Strafbarkeit der Abgeordnetenbestechung. Zugleich blockieren Merkel und Co damit die Umsetzuung des UN-Antikorruptionsabkommens. Dadurch beschädigen sie das Ansehhen der Bundesrepublik Deutschland. Das ist peinlich!
  • Auch bei der Offenlegung und Transparenz bei Nebeneinkünften auf Euro und Cent verweigert sich Schwarz-Gelb. Die Koalition fordert von anderen vollständige Transparenz. Gleichzeitig erzwingt sie ohne den parlamentsüblichen Konsens gegen die übrigen Fraktionen eine nur unzulängliche Regelung und verhindert letztlich die geforderte Transparenz für sich selbst. Das ist heuchlerisch!
  • Schwarz-Gelb blockiert die Regelung für eine angemessene Karenzzeit von ausscheidenden Regierungsmitgliedern. Das ist anrüchig!
  • Schwarz-Gelb verschleppt die Einführung eines Lobbyregisters. Das ist verantwortungslos!
  • Bei Transparenz von Parteienfinanzierung und Sponsoring duckt sich Schwarz-Gelb komplett weg, obbwohl es nicht erst seit der Millionenspende der Mövenpick-Hotelkette an die FDP und der dubiosen Sponsoring-Praxis der CDU in Nordrhein-Westfalen und Sachsen Anlass gäbe. Das ist schäbig!

Politik ist auf Informationen, Meinungsaustausch, dem Werben für Positionen und der Organisation von Interessen angewiesen. Das Vertrauen in die Politik leidet, wenn Bürgerinnen und Bürger befürchten müssen, dass Entscheidungen der Politik intransparent hinter verschlossenen Türen getroffen werden. „Lobbyismus“ wird mittlerweile eher als illegitimer Einflussversuch denn als legitime Interessenvertretung verstanden.

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Lehren aus der Katastrophe von Fukushima ziehen PDF Drucken E-Mail
SPD-Bundestagsfraktion   
Freitag, den 15. März 2013

Am 11. März 2011 ereignete sich vor der Küste Japans ein Erdbeben der Stärke neun, dem ein Tsunami an der japanischen Ostküste folgte. Fukushima wurde von einer 21 Meter hohen Welle getroffen. Die Naturkatastrophe führte zur schweren Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Fukushima Daiischi. Es kam zur Kernschmelze in drei Reaktorblöcken. Die Folgen sind bis heute nicht beseitigt. Es entstand ein Schaden in Höhe von 45 Milliarden Euro. Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe diskutierte der Bundestag am 15. März über notwendige Konsequenzen.

Auch heute ist die Situation in und um Fukushima besorgniserregend: Niemand weiß, wie es im Inneren der Reaktoren aussieht. Es gibt immer noch Lecks und radioaktives Wasser fließt ins Meer. Das Abklingbecken von Reaktor vier wird nur notdürftig abgestützt und würde einem weiteren Beben nicht standhalten. 160.000 Menschen können nach wie vor nicht in ihre Heimat zurückkehren. Tausende leben noch in Behelfsunterkünften. Viele haben ihre Erwerbsgrundlage verloren. Die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges geht von 22.000 Krebserkrankungen in Folge der Reaktorkatastrophe aus. 55.000 Kinder haben bereits eine Veränderung an der Schilddrüse.

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Lage der Verbraucher verbessern PDF Drucken E-Mail
SPD-Bundestagsfraktion   
Freitag, den 15. März 2013

Anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März hat der Bundestag über die Verbraucherschutzpolitik diskutiert. Die Opposition warf der Bundesverbraucherministerin Aigner (CSU) Tatenlosigkeit und Augenwischerei vor. Denn nach den aktuellen Skandalen um Pferdefleisch, falsch deklarierte Hühnereier und Schimmel im Futtermais folgen mal wieder nur Aktionspläne mit Prüfaufträgen und Maßnahmen, die Aigner zuvor abgelehnt oder sogar auf EU-Ebene bekämpft hatte. Die SPD-Fraktion legt zum Weltverbrauchertag einen Antrag vor, in dem sie ihre Forderungen aus dieser Legislaturperiode in einem Maßnahmenkatalog gebündelt hat.

Aigner pfeift auf wissenschaftliche Erkenntnisse
Wissenschaftlicherinnen und Wissensschaftler werfen Aigner vor, von einem völlig falschen Verbraucherleitbild auszugehen. So spricht Professor Strünck aus Siegen vom „Wunschbild und Mythos“ des mündigen Verbrauchers. Vor allem Lobbyverbände halten dieses überkommene Leitbild gern aufrecht. Doch die meisten Kaufentscheidungen werden aus Gewohnheit getroffen und nicht sorgfältig abgewogen. Auch das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Prognos-Gutachten kommt zu dem Schluss, dass ein mündiger und selbstbestimmter Konsum nur mit hohem Aufwand möglich sei und bestimmte Verbrauchergruppen wie Kinder, ältere Menschen oder Allergiker besonders benachteiligt würden. Sie benötigten einen stärkeren Schutz, was Aufgabe des Staates sei. In Teilmärkten habe sich die Marktmacht stark zu Ungunsten der Verbraucherinnen und Verbraucher verschoben. Deshalb fordert das Gutachten, Verbraucherschutzorganisationen zu stärken und Schlichtungsstellen einzurichten. Doch Aigner und ihr Ministerium haben keine Maßnahmen aus dem Gutachten abgeleitet.

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