Bernd Scheelen erhält zahlreiche Briefe und eMails. Hier finden Sie eine Auswahl seiner Antworten. Wenn Sie ebenfalls eine Frage haben, senden Sie sie bitte an eines seiner Büros in Krefeld, im Rhein-Kreis oder in Berlin.
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Bernd Scheelen
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Mittwoch, den 15. Februar 2012 |
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Lieber ...,
das traurige Beispiel Christian Wulff zeigt, dass es in dieser Gesellschaft vermeintlich Mächtige gibt, die meinen gleicher zu sein als andere. Darin täuschen sie sich. Politiker und andere in verantwortungsvolle Ämter Gewählte müssen sich immer darüber klar sein, dass an ihr Verhalten zu Recht besondere Maßstäbe angelegt werden.
Der Bundespräsident wird allerdings von der Bundesversammlung, nicht dem Bundestag, gewählt und ist weder dem Parlament gegenüber rechenschaftspflichtig noch ist der Bundestag in der Lage ihm sein Misstrauen auszusprechen. Informell ist dies von unserer Seite mehrfach geschehen, formell im Sinne "einer Abwahl" ist ein solcher Schritt in unserer Verfassung aus guten historischen Gründen nicht vorgesehen. Der Bundespräsident ist, wenigstens formell, letzte prüfende Instanz bevor Gesetzesbeschlüsse von Bundestag und Bundesrat durch seine Unterschrift Gültigkeit erlangen. Die zwar nur selten genutzte aber doch gegebene Freiheit seine Unterschrift auch zu verweigern, hätte ein vom Wohlwollen des Parlaments bzw. der regierenden Mehrheit abhängiger Präsident nicht.
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Bernd Scheelen /Siggi Ehrmann / Uli Hahnen
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Dienstag, den 31. Januar 2012 |
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Lieber ...,
vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel von Ingo Schulze. Er benennt viele bedenkenswerte Punkte, die zwar nicht neu aber doch von ihm gut kurz aufgegriffen werden. Jeden einzelnen dieser Punkte zu unterstreichen oder ihm zu widersprechen wollen wir uns ersparen. Den von Dir hinzugefügten Aspekt „Ratingagenturen“ wollen wir aber gern aufgreifen.
Es erscheint zur Zeit vielen wohlfeil, das Verhalten der Ratingagenturen in der Krise zu kritisieren. Das gesamte Abhängigkeitsgeflecht der globalisierten Wirtschaft und die eigentümliche Rolle dieser Agenturen darin müssen überprüft werden. Der Eindruck, dass diese „Schiedsrichter“ das Spiel zu Gunsten bestimmter Teams „verpfeifen“ drängt sich durchaus auf. Aber es ist auch richtig, wenn Sigmar Gabriel darauf hinweist, dass die Ratingagenturen in diesem Fall die Überbringer der schlechten Botschaft und nicht deren Verursacher sind. Er sagte dazu ggü. dem Spiegel: „Nehmen Sie die Abwertung Frankreichs durch die Rating-Agentur Standard & Poor's. Die Rating-Agentur befürchtet, dass die klammen Länder an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und noch tiefer in die Krise rutschen, wenn man den Problemen nur mit Haushaltskürzungen begegnet. Ausgabenkürzungen aber sind Merkels oberste Maxime. (...) Ich glaube nicht an die Verschwörungstheorie, dass die bösen USA Europa ruinieren wollen. Die Tatsache, dass Rating-Agenturen auch viel Schaden anrichten, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Bewertung der europäischen Situation durch Standard & Poor's falsch ist. Auch meine große Sorge ist, dass Merkels Spardiktat die Wettbewerbsfähigkeit vieler Länder einschränkt und die Krise so noch zusätzlich verschärft.“
Bedauerlicherweise trägt unsere derzeitige Bundesregierung in erheblichem Maße dazu bei, die Krise zu verschärfen.
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Bernd Scheelen
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Dienstag, den 31. Januar 2012 |
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Lieber ...,
vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel von Ingo Schulze. Er benennt viele bedenkenswerte Punkte, die zwar nicht neu aber doch von ihm gut kurz aufgegriffen werden. Jeden einzelnen dieser Punkte zu unterstreichen oder ihm zu widersprechen wollen wir uns ersparen. Den von Dir hinzugefügten Aspekt „Ratingagenturen“ will ich aber gern aufgreifen.
Es erscheint zur Zeit vielen wohlfeil, das Verhalten der Ratingagenturen in der Krise zu kritisieren. Das gesamte Abhängigkeitsgeflecht der globalisierten Wirtschaft und die eigentümliche Rolle dieser Agenturen darin müssen überprüft werden. Der Eindruck, dass diese „Schiedsrichter“ das Spiel zu Gunsten bestimmter Teams „verpfeifen“ drängt sich durchaus auf. Aber es ist auch richtig, wenn Sigmar Gabriel darauf hinweist, dass die Ratingagenturen in diesem Fall die Überbringer der schlechten Botschaft und nicht deren Verursacher sind. Er sagte dazu ggü. dem Spiegel: „Nehmen Sie die Abwertung Frankreichs durch die Rating-Agentur Standard & Poor's. Die Rating-Agentur befürchtet, dass die klammen Länder an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und noch tiefer in die Krise rutschen, wenn man den Problemen nur mit Haushaltskürzungen begegnet. Ausgabenkürzungen aber sind Merkels oberste Maxime. (...) Ich glaube nicht an die Verschwörungstheorie, dass die bösen USA Europa ruinieren wollen. Die Tatsache, dass Rating-Agenturen auch viel Schaden anrichten, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Bewertung der europäischen Situation durch Standard & Poor's falsch ist. Auch meine große Sorge ist, dass Merkels Spardiktat die Wettbewerbsfähigkeit vieler Länder einschränkt und die Krise so noch zusätzlich verschärft.“
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Bernd Scheelen
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Donnerstag, den 26. Januar 2012 |
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Sehr geehrte Frau ..., sehr geehrter Herr ...,
Sie sorgen sich, dass die Eurorettung unüberschaubar und unbeherrschbar ist. Diese Sorge teile ich, denn die Lage bleibt leider kompliziert.
Bedauerlicherweise trägt unsere derzeitige Bundesregierung in erheblichem Maße dazu bei, Unklarheit zu schaffen. Treffend kommentiert heute die Süddeutsche Zeitung: "Keinen Cent für Griechenland, keine Transaktionssteuer in der Eurokrise? Wann immer Kanzlerin Merkel in der Eurokrise etwas verspricht, ist Vorsicht geboten. Das zeigt sich jetzt auch am Rettungsschirm ESM, dessen Aufstockung Merkel nicht kategorisch ablehnt. Merkel macht, was sie will. Hauptsache, sie kann die Euro-Länder auf ihren Kurs bringen. Die Bürger lässt sie dabei ratlos zurück.“
In der SPD-Bundestagsfraktion setzen wir uns seit Beginn der Krise für umfassende Euro-Rettungsmaßnahmen ein. Wäre die schwarz-gelbe Bundesregierung unseren Vorschlägen gefolgt statt die Lösungssuche leichtsinnig zu verschleppen, hätte die Krise einen weniger dramatischen Verlauf nehmen können. Insbesondere vermisse ich im Handeln der Bundesregierung den von der Kanzlerin so häufig beschworenen Kompass. Dieser Kompass hätte ihr von Anfang an aufzeigen müssen: „Europa braucht Deutschland und Deutschland braucht Europa.“ Daran orientieren wir in der SPD unser Handeln.
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Wachstumsbeschleunigungsgesetz |
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Tobias Hurling
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Dienstag, den 24. Januar 2012 |
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Sehr geehrter Herr ...,
es freut mich zu lesen, dass Sie als Folge des so genannten „Wachstumsbeschleunigungsgesetzes“ Mittel für Neuinvestitionen zur Verfügung hatten. Ich hatte das Gesetz abgelehnt und bin auch weiterhin dafür, es wieder abzuschaffen. Es hat die Steuervielfalt weiter verkompliziert und Kommunen mit Steuerausfällen von 1,6 Milliarden Euro belastet. Eine breite positive Wirkung des Gesetzespaketes auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist nicht erkennbar.
Dennoch lohnt es sich, die Folgen solch einer Gesetzesänderung genauer anzuschauen. Bisher liegen kaum verallgemeinerbare statistische Zahlen dazu vor. Mich würde interessieren, ob die Auslastung Ihres Hauses seit Januar 2010 tatsächlich signifikant gestiegen ist. Dieses Ziel wurde bei der Steuersenkung behauptet.
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Bernd Scheelen
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Mittwoch, den 14. Dezember 2011 |
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Sehr geehrter Herr von ...,
Sie hatten mir eine e-Mail geschrieben und sich für den gemeinschaftlichen Euro-Währungsraum stark gemacht. Ich verstehe Ihre Nachricht so, dass Sie unsere Positionen in der SPD zur Euro-Krise weitgehend teilen. Wir setzen uns in der SPD-Bundestagsfraktion seit Beginn der Krise für umfassende Euro-Rettungs-Maßnahmen, wie den EFSF, ein.
Wäre die schwarz-gelbe Bundesregierung unseren Vorschlägen gefolgt statt die Lösungssuche leichtsinnig zu verschleppen, hätte die Krise einen weniger dramatischen Verlauf nehmen können. Insbesondere vermisse ich im Handeln der Bundesregierung den von der Kanzlerin so häufig beschworenen Kompass. Dieser Kompass hätte ihr von Anfang an aufzeigen müssen: „Europa braucht Deutschland und Deutschland braucht Europa.“ Daran orientieren wir in der SPD unser Handeln.
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Atomkraft und Hermesbürgschaften |
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Bernd Scheelen
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Donnerstag, den 01. Dezember 2011 |
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Sehr geehrte Frau ...,
Sie haben mir eine Protestpostkarte an die Mitglieder der Regierungsfraktionen zugesandt. Darin sprechen Sie sich gegen den Export deutscher Atomtechnologie nach Brasilien aus. Ich teile Ihre Forderung. Den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie in Deutschland hatten wir unter der Kanzlerschaft Gerhard Schröders beschlossen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte diesen Beschluss zunächst rückgängig gemacht und nach der Katastrophe von Fukushima wieder bestätigt.
Auch die Exportförderung für Nukleartechnologien hatten wir aufgehoben. Die schwarz-gelbe Bundesregierung wiederum hat sich bereit erklärt, die Beteiligung von Areva/Siemens am bereits begonnenen Bau eines Reaktors im einzigen erdbebengefährdeten Gebiet Brasiliens mit Hermesbürgschaften abzusichern.
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